Glückwunsch! Dass du auf der Suche nach Infos zur Sachkundeprüfung für Sportschützen hier gelandet bist, ist ein Volltreffer! So kann es ruhig weitergehen, wenn du zukünftig als leidenschaftlicher Sportschütze kein Ziel mehr verfehlen möchtest. Dieser Ratgeber hilft dir, dich mit maximaler Treffsicherheit auf die anstehende, staatlich anerkannte Prüfung vorzubereiten, denn ohne Waffenschein sind Sportschützen nicht einsatzbereit.
Durch die Vorbereitung wirst du fit für den Schießstand gemacht, an dem du mit Übung immer neue Bestleistungen wirst erreichen können. Auch wenn Waffen in diesem Fall sportlich zum Einsatz kommen, geht von ihnen doch eine Gefahr aus: Ohne Sachkunde geht es nicht!
Worum geht es bei der Sachkundeprüfung für Sportschützen?
Damit Sportschützen den Waffenschein erlangen können, ist die notwendige Sachkunde mit einer bestandenen Prüfung nachzuweisen. In vorbereitenden Waffensachkundelehrgängen geht es vor allem um die folgenden Themen:
- Waffenrecht nach Waffengesetz & AWaffV.
- Munitionskunde.
- Notstand / Notwehr.
- Reichweite / Wirkungsweise von Geschossen.
- Fachgerechte Lagerung und Transport von Waffen & Munition.
- Richtiges Verhalten am Schießstand.
- Pflichte und Rechte der Standaufsicht.
Notwendigkeit der Sachkundeprüfung für Sportschützen
Besitz und Benutzung von Schusswaffen unterliegen in Deutschland sehr strengen gesetzlichen Vorschriften, von denen auch Sportschützen betroffen sind. Rechtliche Basis ist u.a. § 7 des Waffengesetzes. Nur nach bestandener Sachkundeprüfung dürfen Sportschützen einen Waffenschein beantragen, Waffen benutzen und auch besitzen.
Hierfür kommt mit die WBK für Sportschützen (Waffenbesitzkarte) eine weitere formale Notwendigkeit ins Spiel. Die notwendige Sachkunde gilt als erwiesen, wenn entsprechende Kenntnisse in einem anerkannten Schießsportverband erworben und eine abschließende Prüfung bestanden wurde.
Voraussetzungen: Wer darf den Waffensachkunde Nachweis ablegen?
Gemäß § 2 WaffG ist die Volljährigkeit ein wichtiges Kriterium (zwischen 16 und 18 Jahren ist ein Sachkundenachweis nur für Kleinkaliber möglich). Jugendliche dürfen auch im Sportschützenbereich nicht mit Großkaliberwaffen schießen. Die persönliche Eignung ist mit einem polizeilichen Führungszeugnis nachzuweisen, ein Sachkundenachweis durch Prüfung zu erbringen.
Um einen Sportschützen Waffenschein ausgestellt zu bekommen, sind ferner die folgenden Voraussetzungen zu erfüllen:
- Haftpflichtversicherung für Waffenschein.
- Nachweis über sichere Aufbewahrung der Waffen.
- Überprüfung der persönlichen Zuverlässigkeit alle 3 Jahre.
Inhalte & Ablauf der Sachkundeprüfung
Meistens handelt es sich um 2-tägige Lehrgänge, die einen theoretischen und einen praktischen Teil beinhalten. In der Theorieprüfung geht es mit etwa 100 Fragen (überwiegend Multiple-Choice) um die folgenden Themengebiete:
- Rechtsvorschriften im Umgang mit Waffen und Munition.
- Notwehr und Notstand (Beschussrecht).
- Funktionsweise von Schusswaffen (Innen- sowie Außenballistik).
- Reichweiten und Wirkungsweisen abgegebener Geschosse.
- Sichere Handhabung von Schusswaffen sowie Munition.
Sind von den 100 Fragen 80 richtig beantwortet, ist die Prüfung bestanden. Bei 75 bis 79 kann es zu einer mündlichen Prüfung direkt im Anschluss kommen. Bei weniger als 74 Punkten ist gilt die Sachkundeprüfung als nicht bestanden.
In der praktischen Schießprüfung geht es darum, seine Fähigkeiten an und mit der Waffe unter Beweis zu stellen. Daher rücken diese Themen in den Prüfungsfokus:
- Sicherheitskontrolle.
- Spannen und Entspannen des Verschlusses.
- Laden und Entladen.
- Ablegen und Abstellen.
Es müssen mehrere Schüsse aus unterschiedlicher Entfernung auf eine Zielscheibe abgegeben werden, wobei die Trefferanzahl für das Bestehen der Prüfung nicht relevant ist. Missachten von Sicherheitsvorschriften führt im Regelfall sofort zum Nichtbestehen der Prüfung. Beide Teile müssen für einen erfolgreichen Sachkundenachweis bestanden werden.
Beispielfragen für Sportschützen Sachkundeprüfung
Damit du ein besseres Gefühl bekommst, nun einige Beispielfragen, die auf dich zukommen könnten:
Frage 1: Was regelt das Waffengesetz?
Es regelt den Umgang mit Waffen sowie Munition, wobei Belange der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu berücksichtigen sind.
Frage 2: In welchem zeitlichen Mindestabstand sind Inhaber waffenrechtlicher Erlaubnisse erneut auf Zuverlässigkeit und persönliche Eignung zu prüfen?
Diese Prüfung hat mindestens alle drei Jahre zu erfolgen.
Frage 3: Wann wird eine waffenrechtliche Erlaubnis von der Erlaubnisbehörde widerrufen?
a) Falls Inhaber nicht mehr zuverlässig im Sinne des Waffengesetzes sind.
b) Wenn der Inhaber kein Bedürfnis mehr vorweisen kann.
c) Wenn der Inhaber den Wohnort in ein anderes Bundesland verlegt.
Richtige Antwort
a), b)
Frage 4: Welches Alter müssen Sportschützen mindestens haben, um eine Büchse (.308Win) ohne fach- bzw. amtsärztliches / fachpsychologisches Zeugnis auf Dauer erwerben zu dürfen?
a) 25 Jahre
b) 27 Jahre
c) 21 Jahre
Richtige Antwort
a)
Frage 5: Welcher der genannten Gegenstände ist eine Anscheinswaffe im Sinne des Waffengesetzes?
a) Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalpistole (mit dem Zulassungszeichen „PTB im Kreis“).
b) Sportgewehr .223 Remington, das wie ein Sturmgewehr aussieht ohne Zulassungszeichen
c) Spielzeugpistole, die äußerlich einer echten Pistole (Kaliber 9mm Luger) zum Verwechseln ähnlich sieht.
Richtige Antwort
c)
Gültigkeit der nachgewiesenen Waffensachkunde
Die erworbene Sachkunde ist so lange gültig, wie Besitzer ihre persönliche Zuverlässigkeit nachweisen können. Dies wird alle drei Jahre überprüft, wodurch sich ein Mindestzeitraum für die Gültigkeit ergibt (bei Verstößen kann die Erlaubnis bzw. der Sportschützen Waffenschein natürlich auch viel früher entzogen werden).
Prüfung bestanden? Antrag auf Erteilung einer WBK für Sportschützen stellen!
Sportschützen brauchen eine Gelbe Waffenbesitzkarte nach § 14 WaffG, um Schusswaffen und die dazugehörige Munition erhalten zu können. Der Antrag hierfür ist bei der zuständigen Waffenbehörde nebst Sachkundenachweis und einer Bescheinigung vom Schießsportverband (in dem du Mitglied bist) vorzulegen.
Der Erwerb von zugelassenen Waffen für Sportschützen ist der Waffenbehörde binnen 14 Tagen mitzuteilen (inkl. Personalien eventueller Vorbesitzer). Im Regelfall dürfen innerhalb von 6 Monaten mit einer WBK für Sportschützen nicht mehr als zwei Waffen angeschafft werden. Ansprechpartner ist die Waffenbehörde deiner Landkreisverwaltung bzw. der Verwaltung der kreisfreien Stadt. Für Personen zwischen 21 und 25 Jahren kann ein positives fachärztliches (psychologisches) Gutachten über die geistige Eignung notwendig sein.
Sachkundeprüfung für Sportschützen: Welche Kosten fallen an?
Die Kosten variieren je nach Anbieter, meistens ist mit Kosten im mittleren dreistelligen Bereich zu rechnen. Wichtig ist, dass der Anbieter eine staatlich anerkannte Prüfung ermöglicht.
Die Kosten für die Ausstellung einer Waffenbesitzkarte (WBK) für Sportschützen liegen bei ca. 100 Euro, sie sind nicht bundeseinheitlich geregelt. Zu beachten ist, dass für das Eintragen und Austragen von Waffen Gebühren in Höhe von ca. 20 Euro anfallen. Die Überprüfung der persönlichen Zuverlässigkeit schlägt mit etwa 30 Euro zu Buche.
Fazit: Du hast direkt ins Schwarze getroffen!
Bei der Sachkundeprüfung für Sportschützen solltest du im Theorieteil möglichst 80 Mal oder mehr auf die volle 10 gehen und bei der Schießprüfung ebenso dein Fachwissen unter Beweis stellen. Mit dem Wissen aus diesem Ratgeber ist deine Visierlinie nun zu 100 % auf das Ziel „Bestehen der Sachkundeprüfung für Sportschützen“ ausgerichtet.
Allzu sportlich solltest du die Vorbereitung nicht nehmen, da die Prüfung einiges von dir abverlangen wird und du auch in Zukunft mit einer WBK für Sportschützen höchst verantwortungsvoll mit deinen gefährlichen Sportgeräten umgehen solltest.