Wer in Deutschland beruflich einen Kran führen möchte, der benötigt einen Kranführerschein. Um diesen zu erhalten, musst du nicht nur eine Kranführer Ausbildung absolvieren, sondern auch eine theoretische und eine praktische Prüfung bestehen. Wir erklären, was dich in der Ausbildung erwartet, wie die Prüfung aufgebaut ist, und geben Beispiele für mögliche Kranschein Prüfungsfragen.
Wer benötigt einen Kranführerschein?
Die Regeln darüber, ob man in Deutschland einen Führerschein für einen Kran benötigt, sind in der DGUV Vorschrift 52 § 29 und dem § 12 der Betriebssicherheitsverordnung geregelt. Demnach muss jede Person, die beruflich einen Kran bedienen möchte, auch über einen Kranschein verfügen. Der Schein setzt wiederum eine Ausbildung sowie eine bestandene Kranführer Prüfung voraus. Darüber hinaus müssen Kranführer einmal im Jahr an einer Kranschulung teilnehmen. Mit dieser werden nicht nur die Kenntnisse noch einmal aufgefrischt, es geht auch darum, auf aktuelle Sicherheitsstandards und gesetzliche Vorschriften hinzuweisen.
Für diese Kräne brauchst du einen Kranschein:
- Hallenkran
- Portalkran
- Brückenkran
- Autokran
- Turmdrehkran
- LKW-Kran
- Mobilkran
Die Voraussetzungen für die Kranführer Ausbildung
Für die Ausbildung zum Kranführer gilt in Deutschland ein Mindestalter von 18 Jahren. Abgesehen davon halten sich die Voraussetzungen aber in Grenzen. Neben dem Mindestalter sind lediglich gutes Hör- und Sehvermögen gefragt. Weiterhin empfiehlt sich eine gute Kenntnis der deutschen Sprache, da sowohl die Ausbildung als auch die Prüfung in Deutsch durchgeführt werden.
Die Ausbildung zum Kranführer
Um die notwendige Ausbildung für den Kranführerschein zu machen, bieten in Deutschland eine Vielzahl an Unternehmen passende Kurse an. Zu diesen gehören unter anderem die Dekra und der TÜV. In den meisten Fällen wird im Zuge des Kurses auch direkt die Kranführer Prüfung abgenommen, sodass man sich nicht noch extra für diese anmelden muss.
Die Ausbildungsdauer ist leicht abhängig davon, für welchen Kran du einen Schein benötigst. Wer beispielsweise nur einen Kranschein für Hallenkrane machen möchte, dessen Kurs ist kürzer, als bei einer Person, die möglichst viele Krane bedienen will. Ein kurzer Kurs dauert typischerweise einen Tag, für die umfangreicheren Krankurse solltest du mit zwei bis vier Tagen rechnen.
Wie hoch sind die Kranführerschein Kosten?
Da es verschieden lange Kurse für den Kranschein gibt, können auch die Kosten für die Ausbildung und die Prüfung sehr unterschiedlich ausfallen. Ein reiner Kranschein für Hallenkrane kostet beispielsweise deutlich weniger, als wenn man sich für alle Krantypen ausbilden lässt. Je nach Umfang solltest du mit Kosten zwischen 400 und 1500 Euro rechnen.
Typischerweise übernimmt der Arbeitgeber diese Ausgaben. Wer gerade auf Jobsuche ist, kann auch bei der Agentur für Arbeit nachfragen. Das Jobcenter fördert häufig Weiterbildungen, die dabei helfen, eine neue Anstellung zu finden. Da der Kran in diese Kategorie fällt, kannst du dich bei den Kranführerschein Kosten unterstützen lassen.
So ist die Kranführer Prüfung aufgebaut
Ähnlich wie auch bei der Ausbildung richtet sich der Umfang der Prüfung nach der Anzahl der Krane, die du bedienen möchtest. Je mehr Krane es sind desto mehr Kranschein Prüfungsfragen musst du auch richtig beantworten. Aber generellen Aufbau der Prüfung ändert sich jedoch nichts. Diese besteht immer aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.
Die theoretischen Prüfungsfragen für Kranführer werden meist im Multiple-Choice-Verfahren gestellt, sodass du nur die richtige Antwort ankreuzen musst. Oft wird die Prüfung zudem komplett an einem Computer abgehalten. Im praktischen Teil musst du dann deine Fähigkeiten an einem Kran unter Beweis stellen. Hast du beide Prüfungsteile erfolgreich absolviert, gilt die Prüfung als bestanden. Solltest du durchfallen, kannst du dich jederzeit wieder für die Prüfung anmelden, wobei aber erneut die Prüfungsgebühren anfallen.
Diese Kranschein Prüfungsfragen können dich erwarten
Die Prüfungsfragen für Kranführer können vielfältig sein, weshalb man sich gut auf die Theorieprüfung vorbereiten sollte. Neben Basiswissen rund um das Betreiben eines Krans werden in der Prüfung auch Themen wie berufsgenossenschaftliche Vorschriften und Unfallverhütung abgefragt.
Hier ein paar Beispiele für mögliche Kranschein Prüfungsfragen:
Welcher Abstand sollte mindestens um einen Hallenkran gehalten werden, wenn dieser in Betrieb ist?
A 1 Meter
B 2 Meter
C 5 Meter
D 10 Meter
Richtige Antwort
C) 5 Meter
Welche Überprüfung muss an einem Kran in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden?
A täglicher Überprüfung des Tanks
B monatlicher Inspektion des Motoröls
C halbjährliche Überprüfung der Motorleistung
D jährliche Vollinspektion
Richtige Antwort
D) jährliche Vollinspektion
Welche Vorkehrungen sind zu treffen, wenn ein Kran nahe brennbaren Materialien arbeitet?
A der Raum sollte sicherheitshalber mit Wasser besprüht werden
B der Raum sollte zusätzlich beleuchtet werden
C die Feuerwehr sollte auf Abruf bereitstehen
D ein Feuerlöscher sollte für den Gefahrenfall bereitstehen
Richtige Antwort
D) ein Feuerlöscher sollte für den Gefahrenfall bereitstehen
Wie sollte ein Kranführer reagieren, wenn er eine unbekannte Person in der Nähe des Krans entdeckt?
A die Person sofort ansprechen und sie darum bitten, sich zu entfernen
B normale weiter arbeiten aber die Person im Augenwinkel behalten
C mit dem Kran von der Person wegfahren
D normal weiterarbeiten, die Person muss selbst auf ihren Schutz achten
Richtige Antwort
A) die Person sofort ansprechen und sie darum bitten, sich zu entfernen
Dürfen Personen mit einem Kran transportiert werden?
A ja, es ist generell erlaubt
B ja, wenn es eine spezielle Genehmigung gibt und Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden
C ja, wenn die zu transportierenden Personen selbst einen Führerschein für den Kran haben
D nein, es ist generell verboten
Richtige Antwort
B) ja, wenn es eine spezielle Genehmigung gibt und Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden
Häufige Fragen zur Kranschein Prüfung:
Was wird in der Kranschein-Prüfung genau verlangt?
Die Prüfung zum Kranführer unterteilt sich nach den Vorgaben der DGUV in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Die Theorie prüft rechtliche Grundlagen, Technik und Unfallverhütungsvorschriften ab. In der Praxis müssen die Prüflinge eine tägliche Sicht- und Funktionsprüfung durchführen und Lasten sicher durch einen Parcours steuern.
Welche Voraussetzungen gelten für die Teilnahme an der Kranschein-Prüfung?
Teilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein (Ausnahme: Azubis unter Aufsicht), die nötige geistige und körperliche Eignung besitzen (häufig nachgewiesen durch die arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung für Fahr- und Steuertätigkeiten, ehemals G25) und ausreichende Sprachkenntnisse vorweisen, um Sicherheitsanweisungen zu verstehen.
Wie läuft die theoretische Prüfung für den Kranschein ab?
Die theoretische Prüfung erfolgt meist in Form eines Multiple-Choice-Tests mit anschließenden offenen Fragen oder im Rahmen einer digitalen PC-Prüfung. Sie dauert je nach Ausbildungsträger und Krantyp zwischen 30 und 60 Minuten. Es werden Fragen zu Rechten, Pflichten, Physik und Sicherheitstechnik gestellt.
Welche typischen Fragen kommen in der theoretischen Kranführer-Prüfung vor?
Typische Fragen aus dem Fragenkatalog umfassen:
-
Wer ist für das korrekte Anschlagen der Last verantwortlich? (Antwort: Der Kranführer gemeinsam mit dem Anschläger, wobei der Kranführer die Letztverantwortung trägt).
-
Was ist bei aufkommendem Starkwind (Sturm) zu tun? (Antwort: Kranbetrieb einstellen, Last absetzen, Kran in Windfreistellung bringen).
-
Welche Funktion hat die Lastmomentbegrenzung? (Antwort: Sie verhindert das Überkippen des Krans durch automatisches Abschalten bei Überlast).
Was muss man in der praktischen Kranschein-Prüfung tun?
In der Praxisprüfung demonstrierst du den sicheren Umgang mit dem Gerät. Typische Aufgaben sind das korrekte Anschlagen einer Last, das Durchfahren eines Slalom-Parcours, das gezielte Absetzen einer Last an einem fixen Punkt sowie das Abfangen von Pendelbewegungen durch geschicktes Gegensteuern.
Gilt ein Kranschein automatisch für alle Arten von Kranen?
Nein. Ein Kranschein wird immer für eine bestimmte Kranart (z. B. Hallenkran, Turmdrehkran oder Ladekran) und eine bestimmte Steuerungsart (Flur- oder Kabinensteuerung) ausgestellt. Wer einen anderen Krantyp bedienen möchte, muss eine entsprechende Zusatzqualifikation oder eine separate Prüfung ablegen.
Mit wie vielen Punkten hat man die Kranschein-Prüfung bestanden?
Die Theorieprüfung gilt in der Regel als bestanden, wenn mindestens 70 % (bei einigen Anbietern 50 %) der Fragen korrekt beantwortet wurden. Die praktische Prüfung ist bestanden, wenn alle Fahrübungen sicher absolviert wurden und kein schwerwiegender Sicherheitsverstoß vorliegt.
Welche Fehler führen zum sofortigen Durchfallen in der Praxisprüfung?
Ein sofortiges Nichtbestehen wird ausgelöst durch gravierende Sicherheitsverstöße. Dazu gehören das Überfahren von Personen mit einer Last, das Ignorieren von Not-Aus-Signalen, das absichtliche Überbrücken von Sicherheitseinrichtungen oder das Missachten der Traglasttabelle, was zu einer akuten Kippgefahr führt.
Wie lange ist der Kranschein nach bestandener Prüfung gültig?
er Kranschein selbst ist unbefristet gültig. Allerdings verlangt der Gesetzgeber (DGUV Vorschrift 1 und BetrSichV), dass der Unternehmer den Kranführer mindestens einmal jährlich theoretisch und praktisch unterweist (jährliche Unterweisung), um die Fahrberechtigung im Betrieb aufrechtzuerhalten.
Was kostet die Prüfung für den Kranschein und wie oft darf man sie wiederholen?
Die Kosten variieren stark nach Krantyp: Ein Schein für flurgesteuerte Hallenkrane kostet meist zwischen 150 und 400 Euro, während die Ausbildung für Turmdrehkrane 1.000 bis 3.000 Euro kosten kann. Eine nicht bestandene Prüfung kann im Regelfall beliebig oft wiederholt werden, erfordert jedoch eine erneute Prüfungsgebühr.
Fazit: mit der richtigen Vorbereitung sicher zum Kranschein
Die Kranschein-Prüfung nach DGUV Grundsatz 309-003 ist der entscheidende Schlüssel für deine berufliche Zukunft in der Logistik, im Bauwesen oder in der Industrie. Auch wenn die rechtlichen Vorgaben und die physikalischen Grundlagen auf den ersten Blick komplex wirken: Mit einer strukturierten Vorbereitung ist sowohl die theoretische als auch die praktische Prüfung absolut machbar. Wichtig ist, dass du Prüfungsfragen gezielt trainierst, um dich auf die Prüfungssituation vorzubereiten.
Wer die Sicherheitsvorschriften verinnerlicht, Ruhe am Steuer beweist und die tägliche Sicht- und Funktionsprüfung ernst nimmt, legt das Fundament für eine erfolgreiche und vor allem unfallfreie Karriere als Kranführer.
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