Lastkraftwagenfahrer sind ein besonderer Menschenschlag. Sie lieben die endlosen Weiten der Autobahnen. Aber sie sind niemals einsam, denn „fremd“ sind sie ein paar Jahren nirgendwo mehr. Jeder Winkel des Kontinents wird früher oder später befahren und so wächst das Wissen und die Leidenschaft für das Fahren mit jedem Kilometer.
Hinzu kommt, dass Berufskraftfahrer gesucht werden. Durch den Boom des Versandhandels und der Just-in-time Produktion der Fabriken ist der Bedarf an Lkw-Fahrern enorm gewachsen. Wenn du also gerne dein eigener Herr bist, aber gleichzeitig deinen Mann oder deine Frau stehen willst, dann ist eine Karriere als Berufskraftfahrer vielleicht einen Blick wert. Die Grundqualifikation LKW IHK ist dazu ein einfacher und schneller Weg.
LKW Führerschein machen und los?
Du fragst dich vielleicht, was am berufsmäßigen Fahren eines LKW so schwer sein soll. Schließlich kannst du ja schon Autofahren. Der Erwerb des PKW-Führerscheins war in ein paar Wochen erledigt. Warum sollte es mit dem LKW anders sein?
Nun, es ist nunmal ein Unterschied, ob du nur gelegentlich einen Zehntonner bewegen oder ob du damit dein Einkommen sichern möchtest. Für das echte berufsmäßige Fahren mit einem Sattelzug brauchst du wesentlich tiefere Kenntnisse, als sie dir der Führerschein vermittelt. Hier gibt es Gesetze zu beachten, Regeln zu befolgen und Wissen zu erwerben, mit dem du diesen Beruf tatsächlich viele Jahre lang ausüben kannst.
Das klingt aufwendig… aber es gibt Abkürzungen
Die Speditionen suchen tatsächlich händeringend nach Mitarbeitern. Das geht so weit, dass viele dir den LKW-Führerschein im Rahmen einer Ausbildung zum Berufskraftfahrer sponsorn oder ganz bezahlen. Trotzdem ist dieser Weg eine ganz normale Berufsausbildung, die dich ca. dreieinhalb Jahre Zeit kosten wird.
Aber vielleicht hast du schon die Fahrerlaubnis für LKW bei der Bundeswehr erworben. Oder du kommst aus dem Ausland und hast schon viele Jahre als Berufskraftfahrer gearbeitet. Für diese und ähnliche Fälle gibt es deshalb die „Beschleunigte Grundqualifikation für LKW-Fahrer“.
Was ist die beschleunigte Grundqualifikation für Berufskraftfahrer?
Das Berufsbild „Berufskraftfahrer“ soll die Kenntnisse und die Qualifikationen rund um das Fahren von Lastkraftwagen vereinheitlichen. Damit soll sichergestellt werden, dass europaweit der Straßenverkehr sicherer, effizienter und sogar umweltfreundlicher wird. Die beschleunigte Grundqualifikation ist eine ergänzende oder on-the-job Weiterbildung, mit der du ohne aufwendige und mehrjährige Berufsausbildung dich zum Berufskraftfahrer qualifizieren lassen kannst.
Einsteiger, Umsteiger, Quereinsteiger?
Die beschleunigte Grundqualifikation bietet drei Wege an, um an die begehrte Qualifikation des Berufskraftfahrers zu kommen:
- Einsteiger: Dieses Angebot richtet sich an Personen, die noch keine Vorkenntnisse beim Fahren schwerer LKW oder Busse haben.
- Umsteiger: Hier können Personen, die bereits einen Busführerschein besitzen, sich schnell zum Berufskraftfahrer für den Warenverkehr weiterbilden lassen.
- Quereinsteiger: Wer bereits eine Fachkundebescheinigung nach § 4 Abs. 6 der Berufszugangsverordnungen für den Straßenpersonenverkehr oder Güterkraftverkehr besitzt (also einen LKW-Führerschein hat), der kann über den Quereinsteiger-Weg zum Berufskraftfahrer werden.
Der Unterschied zwischen diesen drei Wegen liegt in der Dauer der Ausbildung zur LKW Führerschein IHK Prüfung. Bei Einsteigern ist eine Schulung von 140 Stunden erforderlich, bevor die theoretische Prüfung bei der IHK abgelegt werden kann. Umsteiger benötigen dazu nur 35 Stunden und sie dauert mit 45 Minuten auch nur halb so lange wie die Prüfung für Einsteiger. Quereinsteiger können schließlich ganz auf die LKW Führerschein IHK Prüfung verzichten, da das erforderliche Wissen hier vorausgesetzt werden kann.
Allerdings gibt es hier eine Einschränkung. Als Stichtag gilt der 10.09.2009. Wer vor diesem Stichtag die Grundqualifikation – also den LKW-Führerschein – absolviert hat, dem steht der Weg als Quereinsteiger offen. Wer erst nach diesem Stichtag die Grundqualifikation erworben hat, der kann die beschleunigte Grundqualifikation als Umsteiger wahrnehmen. Aber ganz ehrlich: Die 35 Stunden Unterricht und die kleine Theorieprüfung sollten kein größeres Problem darstellen.
Die Unterschiede zusammengefasst:
Im Folgenden siehst du nochmal die Unterschiede der drei Gruppen Einsteiger, Umsteiger und Quereinsteiger übersichtlich zusammengefasst.
Kategorie | Einsteiger | Umsteiger | Quereinsteiger |
---|---|---|---|
Zielgruppe | Personen ohne Vorkenntnisse (z. B. Fahranfänger) | Inhaber eines Busführerscheins | Inhaber eines LKW-Führerscheins mit Fachkundebescheinigung (vor 10.09.2009) |
Voraussetzungen | Keine berufsspezifischen Vorkenntnisse | Busführerschein vorhanden | Grundqualifikation vor dem 10.09.2009 |
Schulungsdauer | 140 Stunden | 35 Stunden | Keine Schulung erforderlich |
Prüfungsform | IHK-Theorieprüfung (ca. 90 Minuten) | IHK-Theorieprüfung (ca. 45 Minuten) | Keine Prüfung notwendig |
Ziel | Qualifikation für Güter- oder Personenverkehr | Wechsel vom Bus- zum LKW-Verkehr | Direkte Anerkennung der Qualifikation |
Besonderheit | Längster Weg, ideal für Neueinsteiger | Kurze Dauer & einfache Prüfung | Nur mit Nachweis vor dem Stichtag möglich |
Das lernst du in der beschleunigten Grundqualifikation LKW IHK
Die wichtigsten Themenbereiche bei der beschleunigten Grundqualifikation zum Berufskraftfahrer umfassen folgende Inhalte:
- Verkehrssicherheit
- Ladungssicherung
- Arbeits- und Ruhezeiten
- Rechtliches rund um den Güterverkehr
- Fahrzeugtechnik
Im Folgenden erhältst du einen Überblick über die Schwerpunkte in der IHK Prüfung LKW.
Verkehrssicherheit und Ladungssicherung
Verkehrssicherheit und Ladungssicherung sind für den Berufskraftfahrer im Güterverkehr unverzichtbar. Du fährst nicht mit einem kleinen, leichten PKW herum, sondern bewegst tonnenschwere Lasten. Die Kräfte, die an deinem LKW zerren, wirken völlig anders als bei einem Auto. Vertiefte Kenntnisse darüber, wie sich ein beladener LKW während dem Fahren, dem Lenken und dem Bremsen verhält, sind für dich und alle anderen Verkehrsteilnehmer lebensnotwendig.
Arbeits- und Ruhezeiten
Das Wissen rund um Arbeits- und Ruhezeiten ist existenziell wichtig. Bevor die strengen Arbeitsschutzgesetze für Berufskraftfahrer in Kraft getreten sind, waren schreckliche Unfälle durch übermüdete LKW-Fahrer an der Tagesordnung. Das hat sich heute geändert. Damit das so bleibt, ist es wichtig, dass du alles über das Einhalten deiner Fahrzeiten weißt.
Rechtliche Informationen
Neben den Arbeitszeiten und den Verkehrsvorschriften gibt es noch einige rechtliche Informationen, welche du zum berufsmäßigen Fahren von einem LKW wissen musst. Diese lernst du in den entsprechenden Unterrichtseinheiten.
Fahrzeugtechnik
Schließlich solltest du dich auch so weit mit der Fahrzeugtechnik auskennen, damit du deinen „Bock“ sicher bewegen kannst. Dazu gehört das Inspizieren des Fahrzeugs vor Fahrtantritt, das Erkennen von defekter Technik während der Fahrt und das Wissen, was du tun musst, wenn du doch einmal liegen geblieben bist.
Wer darf zur IHK Prüfung LKW?
Zur theoretischen Prüfung anmelden darfst du dich, wenn du die Voraussetzungen zum Einsteiger oder Umsteiger erfüllt hast. Das bedeutet, du musst nachweisen, dass du die 35 bzw. 140 Unterrichtsstunden tatsächlich abgeleistet hast. Diesen Nachweis bekommst du von deiner Ausbildungsstätte. Nach der bestandenen theoretischen Prüfung bist du für das Ablegen der praktischen Prüfung qualifiziert.
Typische Prüfungsfragen für die IHK Prüfung zum Berufskraftfahrer
Hier sind einige typische Prüfungsfragen mit Lösungen, wie sie in der IHK Prüfung LKW vorkommen könnten.
Prüfungsfrage 1:
Was ist die kinematische Kette und in welcher Reihenfolge wirken ihre Funktionselemente?
Hier müssen die Bauteile Differenzialgetriebe, Motor, Gelenkwelle und Getriebe in die richtige Reihenfolge gebracht werden.
Prüfungsfrage 2:
Was bedeuten das Fadenkreuz- und das Glas-Symbol auf einer Verpackung?
Das Fadenkreuz-Symbol zeigt den Schwerpunkt der Ladung an. Dies ist beim Be- und Endladen sowie bei der Ladungssicherung wichtig, damit die Last nicht herunterfällt oder verrutscht.
Das Glas-Symbol kennzeichnet zerbrechliche Güter.
Prüfungsfrage 3:
Wann beginnt und vwann endet das Sonn- und Feiertagsfahrverbot?
Gemäß § 30 Abs. 3 Satz 1 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) dürfen Sonntags und Feiertags in der Zeit von 0 bis 22 Uhr Lkws über 7,5 t sowie Lkws mit Anhänger nicht auf öffentlichen Straßen bewegt werden.
Prüfungsfrage 4:
Was ist beim Verzurren von Ladegut mit Zurrgurten zu beachten?
Zurrgurte dürfen keine Schäden wie Risse oder Schnitte aufweisen und müssen zugelassen sein. Sie sind korrekt nach Vorspannkraft und Zurrwinkel einzusetzen. Auch die Zurrpunkte und Ladefläche müssen geeignet sein. Die Ladung darf sich während der Fahrt nicht verschieben oder kippen.
Selbst ungewöhnliche Kenntnisse gehören zur IHK Prüfung LKW. So ist die eigene Gesundheitsfürsorge für das bewegen der leistungsstarken aber auch gefährlichen Fahrzeuge wichtig.
Weitere typische Fragen der Grundqualifikation LKW IHK können folgende sein:
- Warum sind Ballaststoffe bei der täglichen Ernährung gut?
- Ist eine Zwischenmahlzeit in Form einer Tüte Kartoffelchips oder in Form einer Vollkornbrotschnitte besser für den Berufskraftfahrer geeignet?
- Nennen Sie drei Punkte, auf die Berufskraftfahrer bei ihrer Ernährung achten sollten.
- Ab wieviel Promile besteht eine relative Fahruntüchtigkeit?
- Wie informieren Sie sich, ob ein verschriebenes Medikament die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt?
Viele der Prüfungsfragen lassen sich mit etwas gesundem Menschenverstand beantworten. Dennoch sollte der Lernaufwand nicht unterschätzt werden. Wenn dich aber die Straße und die Perspektive auf einen sicheren, gut bezahlten Job lockt, dann sollte dir diese Herausforderung willkommen sein.