Elektroniker Prüfung: Prüfungsfragen & wichtige Infos

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Elektroniker Prüfung

Wenn du eine Karriere als Elektroniker anstrebst, ist die Abschlussprüfung einer der wichtigsten Schritte. Aber dabei gibt es nicht die eine „Elektroniker Prüfung“. Es gibt verschiedene Spezialisierungen mit jeweils eigenen Prüfungsanforderungen.

In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige zur Abschlussprüfung Elektroniker für Betriebstechnik, zur Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik Prüfung und zur Elektroniker für Automatisierungstechnik Prüfung. Wir gehen auf den Prüfungsaufbau ein, zeigen dir die Gemeinsamkeiten und Unterschiede und geben dir vier Beispielfragen mit den passenden Lösungen.

Doch zunächst erhältst du ein paar Infos zu den drei Berufen und der Elektroniker Prüfung.

 

Die Elektroniker Abschlussprüfung besteht aus zwei Teilen:

Elektroniker Abschlussprüfung Teil 1

Dieser findet bereits während der Ausbildung (am Ende des 2. Lehrjahres) statt. Du musst eine praktische Aufgabe lösen, bei der dein technisches Verständnis und dein Geschick gefragt sind.

Elektroniker Abschlussprüfung Teil 2

Die Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung besteht aus schriftlichen und praktischen Aufgaben. Hier musst du zeigen, dass du die Anlagen nicht nur verstehst, sondern auch fachgerecht installierst, prüfst und reparierst.

Nach der Ausbildung kannst du in vielen Bereichen arbeiten. Beispiele sind die Industrie, bei Energieversorgern oder in der Gebäudetechnik. Elektroniker sind also gefragte Fachkräfte mit guten Zukunftsperspektiven.

Elektroniker für Betriebstechnik – Aufgaben, Ausbildung und Prüfung

Ein Elektroniker für Betriebstechnik sorgt dafür, dass Maschinen, Anlagen und elektrische Systeme in Unternehmen reibungslos funktionieren. Das bedeutet, du installierst neue Anlagen, wartest bestehende Systeme und behebst Fehler, wenn es Probleme gibt. Dabei arbeitest du an Schaltanlagen, Energieversorgungssystemen und modernen Steuerungstechniken.

Elektroniker für Betriebstechnik

Ausbildung und Prüfungsstruktur

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und findet im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule statt. Du lernst unter anderem,

Elektroniker für Betriebstechnik arbeiten hauptsächlich in industriellen Betrieben und sind für die Installation, Wartung und Reparatur von elektrischen Anlagen verantwortlich. In der Abschlussprüfung Elektroniker für Betriebstechnik stehen folgende Themen im Fokus:

Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik

Ein Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik sorgt dafür, dass elektrische Anlagen in Gebäuden sicher und effizient funktionieren. Das bedeutet, du planst und installierst Systeme wie Stromversorgungen, Beleuchtungen, Heizungen, Lüftungen und Sicherheitseinrichtungen. Zudem wartest du diese Anlagen, behebst Störungen und berätst Kunden zu energieeffizienten Lösungen.

Ausbildung und Prüfungsstruktur

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und kombiniert praktische Erfahrungen im Betrieb mit theoretischem Unterricht in der Berufsschule. Du lernst unter anderem,

  • wie man elektrische Anlagen plant und installiert,
  • Funktion und Programmierung von Steuerungs- und Regelungseinrichtungen,
  • Kundenberatung und Einweisung in Systeme,
  • welche Sicherheitsvorschriften zu beachten sind.

 

Die Abschlussprüfung besteht aus zwei Teilen:

Teil 1: Dieser findet während der Ausbildung statt und prüft grundlegende Fertigkeiten und Kenntnisse.
Teil 2: Am Ende der Ausbildung zeigst du in schriftlichen und praktischen Prüfungen, dass du komplexe Systeme installieren, in Betrieb nehmen und warten kannst.

Nach der Ausbildung kannst du in verschiedenen Bereichen arbeiten, zum Beispiel in Elektroinstallationsfirmen, bei Gebäudemanagement-Unternehmen oder in der Industrie. Auch Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik sind gefragte Fachkräfte mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

Diese Fachrichtung mit Elektroniker Prüfung ist aber eher im Handwerk angesiedelt. Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik installieren und warten elektrische Systeme in Gebäuden. In der Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik Prüfung werden unter anderem folgende Inhalte geprüft:

  • Elektroinstallationen in Wohn- und Gewerbegebäuden
  • Gebäudeautomation und Smart-Home-Technik
  • Energieeffizienz und erneuerbare Energien
  • Blitzschutz- und Beleuchtungssysteme

Elektroniker für Automatisierungstechnik

Als Elektroniker für Automatisierungstechnik sorgst du dafür, dass automatisierte Produktionsanlagen und Systeme reibungslos funktionieren. Du installierst, programmierst und wartest Steuerungen, Sensoren und Aktoren, die in modernen Industrieprozessen unverzichtbar sind. Deine Aufgaben umfassen auch die Fehlersuche und -behebung, um den kontinuierlichen Betrieb sicherzustellen.

Ausbildung und Prüfungsstruktur

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und kombiniert praktische Erfahrungen im Betrieb mit theoretischem Unterricht in der Berufsschule. Du lernst unter anderem:

  • Planung und Vorbereitung von Tätigkeiten
  • Montage und Verbindung mechanischer, elektrischer und elektronischer Bauteile
  • Justierung, Kalibrierung und Programmierung elektronischer Komponenten sowie Mess-, Steuer- und Regelungssysteme
  • Prüfung der Funktionsfähigkeit automationstechnischer Einrichtungen und Integration in Systeme
  • Einrichtung und Prüfung von Steuerungen und Leitständen
  • Wartung, Instandhaltung und Reparatur automationstechnischer Maschinen und Anlagen
  • Identifizierung, Analyse und Behebung von Funktionsstörungen
  • Erarbeitung von Änderungen und Erweiterungen automationstechnischer Systeme
  • Beachtung von Sicherheitsregeln der Elektrotechnik sowie technischen Regeln (Arbeitsstättenregeln, ASR)
  • Dokumentation von Tätigkeiten
  • Einweisung des Bedienpersonals an neuen Anlagen

 

Die Abschlussprüfung ist wie bei der anderen Elektroniker Prüfung in zwei Teile gegliedert:

Teil 1: Dieser findet vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt. Du bearbeitest eine komplexe Arbeitsaufgabe, ergänzt durch fall- und situationsbezogene Gespräche sowie schriftliche Aufgaben. Dieses Ergebnis fließt mit 40 Prozent in die Gesamtnote ein.
Teil 2: Am Ende der Ausbildung folgt der zweite Teil der Abschlussprüfung, bestehend aus praktischen, schriftlichen und mündlichen Aufgaben. Dieser Teil geht mit 60 Prozent in die Gesamtnote ein.

Nach der Ausbildung stehen dir vielfältige Einsatzmöglichkeiten offen, beispielsweise in der Industrie, bei Energieversorgern oder in der Gebäudetechnik. Auch als Elektroniker für Automatisierungstechnik bist du eine gefragte Fachkraft.

Kurzfassung:

Es geht also um die Automatisierung von industriellen Prozessen. Elektroniker für Automatisierungstechnik programmieren und optimieren automatisierte Systeme. Die Prüfung enthält unter anderem folgende Themen:

  • SPS-Programmierung und industrielle Netzwerke
  • Sensorik, Aktorik und Regelungstechnik
  • Robotik und digitale Steuerungssysteme
  • Prozessvisualisierung

Überblick über die Elektroniker Prüfung

Die Abschlussprüfung für Elektroniker ist immer in zwei Teile gegliedert:

Teil 1 der Prüfung findet bereits während der Ausbildung statt und fließt bereits in die Endnote ein.
Teil 2 der Prüfung erfolgt am Ende der Ausbildung und bestimmt maßgeblich die Abschlussnote.

Jede Fachrichtung hat ihre eigenen Schwerpunkte, aber die Prüfungen bestehen grundsätzlich aus:

  • Theoretischen Prüfungen mit Fragen zu elektrischen Systemen, Normen und Sicherheitsvorschriften
  • Praktischen Prüfungen, bei denen Schaltungen aufgebaut, Messungen durchgeführt und Fehleranalysen erstellt werden müssen

 

Die Prüfungen werden von der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer abgenommen und sind bundesweit standardisiert.

 

Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Elektroniker Prüfung zusammengefasst

Die Prüfungen für Elektroniker unterscheiden sich je nach Fachrichtung, bestehen aber immer aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Hier ist eine kurze Zusammenfassung, um was es während der Prüfung geht:

  • Elektroniker für Betriebstechnik müssen in der theoretischen Prüfung Kenntnisse in industrieller Steuerungstechnik und Antriebssystemen nachweisen. Im praktischen Teil bauen sie eine Steuerung auf und führen eine Fehlersuche durch
  • Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik befassen sich in der Theorie mit Elektroinstallation und Gebäudeautomation. In der praktischen Prüfung müssen sie Anlagen verkabeln und ein Smart-Home-System installieren.
  • Elektroniker für Automatisierungstechnik zeigen in der theoretischen Prüfung ihr Wissen über SPS-Programmierung und Automatisierungstechnik. Praktisch programmieren sie eine Steuerung und führen Messungen zur Überprüfung der Funktionen durch.

Elektroniker Prüfungsfragen mit Lösungen

Hier sind vier typische Elektroniker-Prüfungsfragen, die dir eine Vorstellung geben sollen, um was es geht:

Frage 1: Berechnung einer Widerstandsschaltung

Gegeben: Ein Stromkreis enthält drei Widerstände (10, 20 und 30 Ohm) in Reihe. Welchen Gesamtwiderstand hat die Schaltung?

Lösung:

Der Gesamtwiderstand in einer Reihenschaltung ergibt sich aus der Summe der Einzelwiderstände:
Rges = R1 + R2 + R3 = 10 Ohm + 20 Ohm + 30 Ohm = 60 Ohm

Frage 2: Sicherheitsmaßnahmen in elektrischen Anlagen

Welche Schutzmaßnahmen gibt es gegen elektrischen Schlag?

Lösung:

– Schutz durch Abschaltung (FI-Schutzschalter)
– Schutzleiter (PE-Leiter)
– Doppelte oder verstärkte Isolierung
– Schutzkleinspannung (SELV, PELV)

Frage 3: Funktionsweise eines FI-Schutzschalters

Erkläre die Funktionsweise eines FI-Schutzschalters.

Lösung:

Ein FI-Schutzschalter misst den Differenzstrom zwischen Außen- und Neutralleiter. Falls ein Fehlerstrom (zum Beispiel durch eine Person zur Erde) entsteht, löst der FI-Schutzschalter aus und unterbricht den Stromkreis.

Frage 4: SPS-Programmierung in der Automatisierungstechnik

Welche Programmiersprachen werden in der SPS-Technik verwendet?

Lösung:

– Kontaktplan (KOP)
– Funktionsplan (FUP)
– Anweisungsliste (AWL)
– Structured Text (ST)
– Sequential Function Chart (SFC)

So bereitest du dich optimal auf die Elektroniker Prüfung vor

Die Elektroniker-Prüfung ist eine Herausforderung, aber mit der richtigen Vorbereitung kannst du sie erfolgreich meistern.

Wichtig ist nur, dass du frühzeitig beginnst und dabei gezielt lernst. Dazu hier ein paar Tipps:

Am besten arbeitest du mit alten Prüfungsfragen, um ein Gefühl für die Aufgabenstellung zu bekommen. Viele dieser Prüfungsfragen findest du in Fachbüchern oder online.

Aber übe nicht nur die Theorie, sondern auch praktische Aufgaben, denn in der Prüfung musst du dein Können unter Beweis stellen. Falls du keine eigene Übungsumgebung hast, frage in deinem Ausbildungsbetrieb oder bei der Berufsschule nach Möglichkeiten zum Trainieren.

Außerdem erstelle dir einen Lernplan, um den Stoff strukturiert durchzugehen, und wiederhole schwierige Themen gezielt. Auch das Lernen in der Gruppe kann helfen. Denn oft versteht man Dinge besser, wenn man sie anderen erklärt.

Was du noch beachten solltest: Unterschätze nicht die Bedeutung von Pausen. Denn dein Gehirn braucht Zeit, um das Gelernte zu verarbeiten. Und vor allem: Bleib motiviert. Mit der richtigen Vorbereitung wirst du die Prüfung bestehen!

Quellen:

Online Vorbereitung

Du möchtest dich gezielt auf deine Sachkundeprüfung vorbereiten? Dann schau dir doch mal unsere Testtrainer an. Dort kannst du aus verschiedenen Übungspaketen wählen, um dich optimal auf deine Prüfung vorzubereiten.