Die Fachkraft für Schutz und Sicherheit ist ein Ausbildungsberuf, mit dem man anschließend in vielen Bereichen rund um das Thema Sicherheit und Personenschutz arbeiten kann. Die Prüfung kann allerdings nicht nur von Auszubildenden abgelegt werden, sondern auch von Quereinsteigern. Wie erklären, was dich in der Prüfung erwartet, welche Voraussetzungen du erfüllen musst und geben ein paar Beispielfragen.
Was muss man für die Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit mitbringen?
Grundsätzlich handelt es sich bei der Fachkraft für Schutz und Sicherheit um einen klassischen dualen Ausbildungsberuf. Wer sich für diese Ausbildung interessiert, bewirbt sich in der Regel bei einem Ausbildungsbetrieb und verbringt dann die Lehrzeit sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule. Rein schulisch gibt es für Interessenten keine festgelegten Voraussetzungen, die meisten Unternehmen erwarten von ihren Bewerbern aber mindestens einen Hauptschulabschluss. Gute Schulnoten in Deutsch und Englisch sind ebenfalls gern gesehen.
Darüber hinaus solltest du auch körperliche Fitness, ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, diplomatisches Geschick, Geduld, Durchsetzungsfähigkeit und Belastbarkeit mitbringen. Nicht selten arbeiten Fachkräfte für Schutz und Sicherheit auch im Schichtdienst oder am Wochenende, was du bei deiner Bewerbung ebenfalls berücksichtigen solltest.
Wie lange dauert die Fachkraft für Schutz und Sicherheit Prüfung?
Insgesamt dauert die Ausbildung drei Jahre, wobei die Azubis in dieser Zeit zwei Prüfungen absolvieren. Die erste schriftliche Prüfung erfolgt im zweiten Lehrjahr, die mündliche und schriftliche Abschlussprüfung dann am Ende der Ausbildung im dritten Jahr. Die Prüfungen selbst teilen sich wiederum in verschiede Unterprüfungen auf, die wir hier einmal als Übersicht gelistet haben:
Abschlussprüfung Teil 1 (2. Lehrjahr)
Situationsgerechtes Verhalten und Handeln Dauer 60 Minuten
Anwendung von Rechtsgrundlagen für Sicherheitsdienste Dauer 90 Minuten
Abschlussprüfung Teil 2 (3. Lehrjahr)
Wirtschafts- und Sozialkunde Dauer 60 Minuten
Konzepte für Schutz und Sicherheit Dauer 90 Minuten
Sicherheitsorientiertes Kundengespräch (mündliche Prüfung) Dauer 30 Minuten
Was ist der Unterschied zur 34a Prüfung?
Die Prüfung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit baut inhaltlich auf dem §34a GewO (Gewerbeordnung) auf, geht aber deutlich darüber hinaus. Während der 34a-Schein eher als Grundqualifikation für Sicherheitsmitarbeiter dient, ist die Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit umfassender und schließt mit einer IHK-Prüfung ab.
In der 34a-Unterrichtung bzw. der Sachkundeprüfung werden grundlegende rechtliche Kenntnisse vermittelt, während die Fachkraft für Schutz und Sicherheit vertiefte Inhalte wie Gefahrenabwehr, Einsatzplanung, rechtliche Grundlagen sowie Kommunikation und Zusammenarbeit behandelt.
Weiterbildung zur GSSK als nächster Karriereschritt
Nach bestandener Prüfung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit eröffnet sich dir die Möglichkeit, dich beruflich weiterzuentwickeln – zum Beispiel durch die Weiterbildung zur Geprüften Schutz- und Sicherheitskraft (GSSK). Diese Qualifikation richtet sich insbesondere an erfahrene Sicherheitsmitarbeiter ohne formale Ausbildung, die ihre Fachkenntnisse offiziell nachweisen und sich für verantwortungsvollere Aufgaben positionieren möchten. Alles Wissenswerte zu Voraussetzungen, Ablauf und Vorbereitung findest du in unserem Beitrag zur GSSK Prüfung.
Die Fachkraft für Schutz und Sicherheit Prüfung für Quereinsteiger
Neben den Auszubildenden ist es bei der Fachkraft für Schutz und Sicherheit auch möglich, als Quereinsteiger an der Prüfung teilzunehmen. Wer daran Interesse hat, sollte sich beim örtlichen IHK über die nächsten Prüfungstermine informieren. In der Regel finden die schriftlichen Prüfungen zwei Mal im Jahr jeweils Ende April/Anfang Mai und im November statt. Um für die Prüfung als Quereinsteiger zugelassen zu werden, ist es allerdings notwendig, mehr als nur das theoretische Wissen nachzuweisen. Du musst auch zeigen, dass du bereits praktische Erfahrung und die entsprechenden Tätigkeiten schon ausgeführt hast.
Wichtig ist zudem, dass du auch als Quereinsteiger an beiden Prüfungen, also sowohl der Zwischen- als auch der Abschlussprüfung, teilnehmen musst. Da hier neben praktischem Wissen auch viele theoretische Inhalte abgefragt werden, empfiehlt es sich, sich mit einem Kurs auf die Tests vorzubereiten. Diese werden von verschiedenen Anbietern angeboten und decken viele theoretische Inhalte der Ausbildung ab.
So werden die Prüfungsteile gewichtet
Beide Prüfungen gehen in die Gesamtnote des Prüfungsteilnehmers ein und sind auch relevant für das Bestehen der Prüfung. Allerdings werden die Teile unterschiedlich gewichtet, wie folgende Übersicht zeigt:
Situationsgerechtes Verhalten und Handeln: 20 Prozent
Anwendung von Rechtsgrundlagen für Sicherheitsdienste: 20 Prozent
Wirtschafts- und Sozialkunde: 10 Prozent
Konzepte für Schutz und Sicherheit: 30 Prozent
mündliche Prüfung: 20 Prozent
Damit die Prüfung als bestanden gilt, muss das Gesamtergebnis aus beiden Teilen mindestens Ausreichend betragen. Darüber hinaus gelten noch folgende Bestehensregeln:
Konzepte für Schutz und Sicherheit mindestens Ausreichend
Wirtschafts- und Sozialkunde eines von beiden mindestens Ausreichend
Sicherheitsorientiertes Kundengespräch
Gesamtergebnis aus Teil 2 mindestens Ausreichend
Sollte das Ergebnis im zweiten Teil nicht reichen, können Teilnehmer eine mündliche Ergänzungsprüfung beantragen, um doch noch auf die notwendigen Punkte zu kommen. Ist auch dies nicht genug und die Prüfung gilt als nicht bestanden, dann kannst du sie insgesamt zwei Mal wiederholen.
Mögliche Fachkraft für Schutz und Sicherheit Prüfungsfragen
Mit gleich fünf verschiedenen Themenbereichen warten in der Prüfung für die Fachkraft für Schutz und Sicherheit einigen Hürden. So müssen nicht nur Fragen rund um den Beruf selbst, sondern auch Aufgaben zu gesetzlichen Vorgaben und Vorschriften gelöst werden. Die mündliche Prüfung besteht zudem aus einem Fallbeispiel, bei dem der Prüfling ein sicherheitsorientiertes Kundengespräch führt.
Hier einmal ein paar Beispiele für Fragen, die dich bei der Prüfung erwarten könnten:
Welche Formen der Organisation gibt es?
A Stablinienorganisation
B Kommunikationsorganisation
C Horizontale Organisation
D Matrixorganisation
Richtige Antwort
A, C und D
Was gehört zu den Aufgaben eines Sicherheitsunternehmens?
A Objektsicherung
B Waffenverkauf
C Streife
D Geiselbefreiung
Richtige Antwort
A und C
Wofür steht BDSG im Zusammenhang mit Sicherheit und Schutz?
A Bundesdatenschutzgesetz
B Bund Deutscher Sicherheitsgruppen
C Betriebssicherheitsgesetz
D Bundesgrenzgesetz
Richtige Antwort
A
Welches Prinzip spielt für situationsgerechtes Handeln eine große Rolle?
A auf Konfrontation gehen
B schnell die körperliche Auseinandersetzung suchen
C Deeskalation anstreben
D sich als Autorität präsentieren
Richtige Antwort
C
Wie sollte ein sicherheitsorientiertes Kundengespräch geführt werden?
A schnelle Entscheidungen des Kunden fordern
B aufmerksam zuhören und Bedürfnisse des Kunden verstehen
C die Sicherheitsbedürfnisse des Kunden ignorieren
D unbedingt die eigenen Vorstellungen durchsetzen
Richtige Antwort
B
Häufig gestellte Fragen zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit Prüfung
Was ist die Prüfung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit?
Die Prüfung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit ist die Abschlussprüfung der dreijährigen Berufsausbildung im Sicherheitsgewerbe. In der Prüfung zeigst du, dass du Sicherheitslagen einschätzen, rechtliche Grundlagen anwenden, Schutzkonzepte entwickeln und professionell mit Kunden kommunizieren kannst.
Ist die Fachkraft für Schutz und Sicherheit Prüfung eine IHK-Prüfung?
Ja, die Prüfung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit ist eine IHK-Abschlussprüfung. Sie wird von der zuständigen Industrie- und Handelskammer organisiert und besteht aus schriftlichen Prüfungsbereichen sowie einem sicherheitsorientierten Kundengespräch.
Gibt es bei der Fachkraft für Schutz und Sicherheit eine Zwischenprüfung?
Nein, bei der Fachkraft für Schutz und Sicherheit gibt es keine klassische Zwischenprüfung. Stattdessen wird eine gestreckte Abschlussprüfung abgelegt, die aus Teil 1 und Teil 2 besteht.
Was bedeutet gestreckte Abschlussprüfung bei der Fachkraft für Schutz und Sicherheit?
Gestreckte Abschlussprüfung bedeutet, dass die Abschlussprüfung auf zwei Zeitpunkte verteilt ist. Teil 1 findet während der Ausbildung statt, Teil 2 am Ende der Ausbildung; beide Ergebnisse fließen in das Gesamtergebnis ein.
Wann findet Teil 1 der Fachkraft-Prüfung statt?
Teil 1 der Abschlussprüfung findet in der Regel am Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt. Die konkreten Prüfungstermine legt die zuständige IHK fest.
Wann findet Teil 2 der Fachkraft-Prüfung statt?
Teil 2 der Abschlussprüfung findet am Ende der Ausbildung statt. Er umfasst schriftliche Prüfungsbereiche und das sicherheitsorientierte Kundengespräch.
Was kommt in Teil 1 der Fachkraft für Schutz und Sicherheit Prüfung dran?
In Teil 1 werden vor allem situationsgerechtes Verhalten und Handeln sowie die Anwendung von Rechtsgrundlagen für Sicherheitsdienste geprüft. Die Prüfung erfolgt schriftlich und bezieht sich auf die Inhalte der ersten Ausbildungszeit.
Was kommt in Teil 2 der Fachkraft für Schutz und Sicherheit Prüfung dran?
In Teil 2 geht es um Konzepte für Schutz und Sicherheit, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie das sicherheitsorientierte Kundengespräch. Hier musst du zeigen, dass du Sicherheitsaufgaben fachlich, rechtlich und kundenorientiert lösen kannst.
Welche Prüfungsbereiche gibt es in der Abschlussprüfung?
Die Abschlussprüfung besteht aus den Bereichen situationsgerechtes Verhalten und Handeln, Anwendung von Rechtsgrundlagen für Sicherheitsdienste, Konzepte für Schutz und Sicherheit, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie dem sicherheitsorientierten Kundengespräch.
Was ist das sicherheitsorientierte Kundengespräch?
Das sicherheitsorientierte Kundengespräch ist der mündliche Prüfungsteil. Du führst eine Gesprächssimulation und zeigst, dass du ein Sicherheitskonzept erklären, kundenorientiert kommunizieren und passende Lösungen begründen kannst.
Wie läuft das sicherheitsorientierte Kundengespräch ab?
Du erhältst eine Vorbereitungssituation und führst anschließend ein Gespräch mit dem Prüfungsausschuss. Dabei stellst du dein Konzept vor, erklärst deine Entscheidungen und zeigst, wie du Sicherheitsleistungen kunden- und serviceorientiert organisierst.
Welche Rechtsgrundlagen muss man für die Prüfung können?
Wichtig sind vor allem rechtliche Grundlagen aus dem Sicherheitsgewerbe, zum Beispiel Strafrecht, Bürgerliches Recht, Datenschutz, Gewerberecht, Hausrecht, Jedermannsrechte und Vorschriften zur Gefahrenabwehr. Entscheidend ist, dass du die Regeln nicht nur kennst, sondern in typischen Sicherheitssituationen anwenden kannst.
Kommt Wirtschafts- und Sozialkunde in der Prüfung dran?
Ja, Wirtschafts- und Sozialkunde ist ein eigener Prüfungsbereich in Teil 2 der Abschlussprüfung. Typische Themen sind Arbeitsrecht, Ausbildung, Betrieb, Wirtschaftssystem, Sozialversicherung und grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge.
Welche Themen sind für Konzepte für Schutz und Sicherheit wichtig?
Wichtig sind Risikoanalyse, Gefährdungsbeurteilung, Sicherheitsmaßnahmen, Einsatzplanung, Kommunikationswege, Qualitätssicherung und kundenorientierte Lösungen. Du solltest zeigen können, wie du ein sinnvolles Schutzkonzept planst, begründest und praktisch umsetzt.
Wie schwer ist die Fachkraft für Schutz und Sicherheit Prüfung?
Die Prüfung ist anspruchsvoll, aber mit guter Vorbereitung gut machbar. Schwer wird sie vor allem dann, wenn rechtliche Grundlagen, Handlungssituationen und das Kundengespräch nur auswendig gelernt statt praktisch verstanden werden.
Wie bereite ich mich auf die IHK-Prüfung vor?
Am besten bereitest du dich mit einem klaren Lernplan, prüfungsnahen Aufgaben, Rechtsfällen, Handlungssituationen und Übungen zum Kundengespräch vor. Besonders wichtig ist, dass du nicht nur Fakten lernst, sondern typische Prüfungssituationen aktiv trainierst. Der Plakos Onlinetrainer bietet dir eine sehr gute Möglichkeit, Prüfungsfragen zielgenau zu trainieren und dein Theoriewissen zu wiederholen.
Kann man die Prüfung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit wiederholen?
Ja, eine nicht bestandene Abschlussprüfung kann wiederholt werden. Nach den IHK-Regelungen ist eine Wiederholung in der Regel zweimal möglich, frühestens zum nächstmöglichen Prüfungstermin.
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Unser Online-Testtrainer für die Fachkraft für Schutz und Sicherheit bietet dir die perfekte Vorbereitung auf deine IHK-Prüfung. Mit realistischen Prüfungsfragen, die direkt an den IHK-Standards ausgerichtet sind, kannst du gezielt üben und dein Wissen Schritt für Schritt erweitern.
Detaillierte Lösungen und Erklärungen helfen dir dabei, Fehler zu verstehen und dich kontinuierlich zu verbessern. Egal ob am PC, Tablet oder Smartphone – du lernst flexibel und immer dann, wenn es für dich am besten passt. Durch individuelle Auswertungen behältst du deinen Lernfortschritt jederzeit im Blick und kannst gezielt an deinen Schwächen arbeiten. Mit unbegrenzten Wiederholungen kannst du so oft üben, bis du dich sicher fühlst und bestens auf die Prüfung vorbereitet bist.
