SBF See Prüfung: Alle wichtigen infos
Mit dem SBF See können Personen Segel- und Motorboote auf Seeschifffahrtstraßen und Meeren fahren und dies mit jeder Motorstärke. Wir erklären, welche Voraussetzungen man für den Schein erfüllen muss, wie hoch die Kosten für die Prüfung sind und mit welchen SBF See Prüfungsfragen du rechnen kannst.
Wer benötigt einen SBF See?
In Deutschland müssen auch Privatpersonen einen Bootsführerschein machen, wenn ihr Boot über einen Motor mit einer gewissen Stärke verfügt und sie mit diesem auf Seeschifffahrtstraßen und in Küstengewässern unterwegs sind. Dabei unterscheidet der Gesetzgeber zwischen dem Sportbootführerschein See für Küstengewässer und dem Sportbootführerschein Binnen für Binnengewässer innerhalb des Landes. Wichtig ist dabei, dass ein Sportführerschein See einem nicht automatisch erlaubt, auch auf Flüssen zu fahren. Wer sowohl auf Binnengewässern als auch auf dem Meer fahren möchte, der benötigt beide Scheine.
Scheinpflichtig ist eine Person beim SBF See, wenn der Verbrennungsmotor des Bootes auf eine Leistung von mehr als 15 PS (11,03 KW) kommt. Bei Elektromotoren liegt die Grenze bei 7,5 KW (10,20 PS). Ein Unterschied zum SBF Binnen ist zudem, dass beim SBF See nicht zwischen Segel- und Motorbooten unterschieden wird. Es kommt lediglich darauf an, ob ein Antrieb vorhanden ist und ob dieser die genannten Grenzwerte überschreitet.
Muss man für die Sportbootführerschein Prüfung einen Kurs belegen?
Um die SBF See Prüfung zu bestehen, ist eine gute Ausbildung unumgänglich. In Deutschland sind dafür verschiedenste Anbieter wie beispielsweise Bootsvereine oder Segelschulen die passende Anlaufstelle. Für einen entsprechenden Kurs musst du wohlgemerkt nicht notwendigerweise ans Meer fahren. Viele Anbieter bieten die SBF See Schulungen auf Binnengewässers an, sodass man beispielsweise auch in Bayern ein passendes Angebot finden sollte.
Eine Voraussetzung, um an der Bootsführerschein Prüfung teilzunehmen, ist ein Vorbereitungskurs aber nicht. Technisch gesehen können sich Interessenten auch vollkommen allein und ohne Lehrer auf die theoretischen SBF See Prüfungsfragen und die praktische Prüfung vorbereiten. Anders als beispielsweise beim normalen Autoführerschein gibt es also keine Pflicht, in irgendeiner Form an einem theoretischen oder praktischen Unterricht teilzunehmen. Die Kurse sind vollkommen freiwillig.
So läuft die Sportbootführerschein Prüfung ab
Die Prüfung für den SBF See können Interessenten beim Deutschen Seglerverband oder beim Deutschen Motorjachtverband ablegen. Über deren Webseiten findest du auch die entsprechenden Prüfungsausschüsse und Informationen darüber, wo du dich für die Prüfung anmelden kannst.
Der Test selbst besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.
Der theoretische Teil
Los geht es zunächst einmal mit 7 Basisfragen und 23 Seeschifffahrtsfragen, die im Multiple-Choice-Verfahren beantwortet werden müssen. Danach folgt der Navigationsteil, der noch einmal neun weitere Aufgaben umfasst. Insgesamt haben die Teilnehmer 60 Minuten für den theoretischen Teil der Prüfung Zeit. Als bestanden gilt der Testteil, wenn du mindestens fünf Basisfragen, 18 Seeschifffahrtsfragen und sieben Navigationsaufgaben richtig beantwortet hast.
Der praktische Teil
Im Anschluss an die theoretische Prüfung wartet der praktische Teil. Hier muss der Prüfling seine Fähigkeiten mit einem Motorboot unter Beweis stellen. Zu den Aufgaben zählen unter anderem An- und Ablegen, ein Person-über-Bord-Manöver, Kurs halten, Wenden auf engem Raum und Aufstoppen. Darüber hinaus können Dinge wie das richtige Anlegen einer Rettungsweste oder das Wissen rund um Schallsignale überprüft werden. Jeder Prüfungsteilnehmer muss zudem sieben von zehn Seemannsknoten demonstrieren, wobei man sich einen Fehler erlauben darf.
Die Kosten für die Bootsführerschein Prüfung
Theorie: 47,56 Euro
Praxis: 47,56 Euro
Fahrerlaubnis: 28,75 Euro
Häufig gestellte Fragen zur SBF See Prüfung
Wann ist der Sportbootführerschein (SBF) See gesetzlich verpflichtend?
Der SBF See ist auf den Seeschifffahrtsstraßen (Küstenbereich bis 3 Seemeilen) für alle Sportboote mit mehr als 11,03 kW (15 PS) Motorleistung vorgeschrieben. Im Gegensatz zum SBF Binnen gibt es beim SBF See im reinen Freizeitbereich keine gesetzliche Längenbegrenzung für das Boot.
Wie hoch sind die Kosten für die SBF See Prüfung?
Die reinen Prüfungsgebühren der amtlichen Prüfungsausschüsse betragen im Jahr 2026 rund 147 Euro. Zusammen mit dem ärztlichen Tauglichkeitsattest (40 bis 70 Euro) und den Kosten für einen Theorie- und Praxiskurs belaufen sich die Gesamtkosten auf etwa 550 bis 750 Euro.
Welche Voraussetzungen müssen für die Prüfung erfüllt sein?
Das Mindestalter beträgt 16 Jahre. Erforderlich sind ein gültiger Kfz-Führerschein (oder ein behördliches Führungszeugnis) sowie das ärztliche Tauglichkeitszeugnis (Anlage 2 SpFV). Letzteres bescheinigt ein ausreichendes Sehvermögen (inklusive Farbtauglichkeit für Rot/Grün) und ein intaktes Hörvermögen ohne Hörhilfe auf 3 Meter Distanz.
Wie ist die theoretische SBF See Prüfung aufgebaut?
Die Theorieprüfung dauert maximal 60 Minuten und besteht aus zwei Teilen: Einem Multiple-Choice-Fragebogen mit 30 Fragen sowie einer separaten, schriftlichen Navigationsaufgabe auf der amtlichen Seekarte D49, bei der Konstruktionen mit Zirkel und Kursdreieck gefordert sind.
Wie viele Punkte benötigt man zum Bestehen der Theorie?
Im Multiple-Choice-Teil müssen mindestens 24 von 30 Fragen korrekt beantwortet werden. Die schriftliche Navigationsaufgabe besteht aus 9 Teilaufgaben (z. B. Kursumwandlung, Peilung, Koppeln) – hier müssen mindestens 7 Teilaufgaben fehlerfrei gelöst werden, um die Theorie zu bestehen.
Was wird in der Navigationsaufgabe der SBF See Prüfung verlangt?
Du musst Kurse und Positionen in die Seekarte eintragen. Geprüft wird das Umrechnen von Magnetkompasskurs (MgK) über den rechtweisenden Kurs (rwK) zum Kartenkurs (Kk) unter Berücksichtigung von Ablenkung (Abl), Missweisung (Mw) und dem Einfluss von Wind und Strom.
Wie läuft die praktische Prüfung für den SBF See ab?
Auf dem offenen Gewässer müssen die Pflichtmanöver „Person über Bord“ (mit Rettungspuppe), An- und Ablegen sowie das Fahren nach Kompass und das Bestimmen einer Kreuzpeilung erfolgreich demonstriert werden. Zudem müssen 7 von 10 Seemannsknoten fehlerfrei sitzen.
Was passiert, wenn ich zuerst den SBF See absolviere?
Wer den SBF See besitzt, erhält massive Erleichterungen beim SBF Binnen: Die praktische Fahrprüfung unter Motor entfällt komplett. Bei der theoretischen Binnen-Prüfung entfallen die allgemeinen Basisfragen, sodass lediglich ein verkürzter Fragebogen mit 18 spezifischen Binnenfragen gelöst werden muss.
Welche Seemannsknoten werden vom Prüfer verlangt?
Aus einem Pool von 10 Knoten (u.a. Palstek, Webeleinstek, Kreuzknoten, Stopperstek und Klampe belegen) werden stichprobenartig Knoten abgefragt. Du musst 7 Knoten fehlerfrei binden und dem Prüfer den jeweiligen seemännischen Verwendungszweck (z. B. Festmachen an einem Pfahl) korrekt erklären.
Kann man die Prüfungen für See und Binnen kombinieren?
Ja. Ein kombinierter Lehrgang kostet ca. 350 bis 450 Euro. Durch die gemeinsame Anmeldung sinkt die kombinierte Prüfungsgebühr auf rund 178 Euro. Zudem absolvierst du die praktischen Motorboot-Manöver nur ein einziges Mal, da diese für beide Geltungsbereiche voll angerechnet werden.
Wie lange gilt ein bestandener Prüfungsteil bei Nichtbestehen?
Solltest du durch die Theorie oder Praxis fallen, kannst du den nicht bestandenen Teil innerhalb von 12 Monaten separat wiederholen. Der bereits bestandene Prüfungsteil bleibt genau ein Jahr gültig. Für die Nachprüfung wird lediglich eine anteilige Gebühr des jeweiligen Teils fällig.
Wo gilt der Sportbootführerschein See im Ausland?
Der SBF See enthält das Internationale Zertifikat (IC) nach der UN-Resolution Nr. 40. Er wird weltweit in allen Küstengewässern staatlich anerkannt. Er berechtigt dich zum Fahren von Charterbooten innerhalb der jeweiligen nationalen Küstenzonen (meist bis zu 3 oder 12 Seemeilen Abstand zur Basislinie).
Welche SBF See Prüfungsfragen erwarten dich?
Der theoretische Prüfungsteil umfasst 30 Fragen. Sieben dieser Fragen beschäftigen sich mit Themen wie Verkehrsrecht, Schiffsführung, Umwelt, Schiffstechnik und besonderen Regelungen zu den Antriebsarten Segeln und Motor. Danach folgen 23 weitere Fragen, die sich konkret um das Thema Seeschifffahrtsrecht drehen.
Hier einmal ein paar Beispiele für typische Bootsführerschein Prüfungsfragen:
Frage: Wie weichen zwei Motorboote einander aus, die sich auf entgegengesetzten Kursen befinden?
A beide ändern ihren Kurs nach Steuerbord
B beide ändern ihren Kurs nach Backbord
C das luvwärtige Fahrzeug muss dem leewärtigen Fahrzeug ausweichen
D das leewärtige Fahrzeug muss dem luvwärtigen Fahrzeug ausweichen
Richtige Antwort
A
Frage: Welches ist der günstigste Anlaufwinkel beim Anlegen?
A Ein Winkel von 90 Grad
B Ein möglichst spitzer Winkel
C Ein möglichst stumpfer Winkel
D Ein Winkel von maximal 60 Grad
Richtige Antwort
B
Frage: Weshalb ist die Kenntnis der Propellerdrehrichtung von Bedeutung?
A Es hilft beim Halten des Kurses
B Es hilft beim Überholen
C Es hilft beim Manövrieren
D Es hilft wenn sich zwei Schiffe begegnen
Richtige Antwort
C
Frage: Was ist das „Manöver des letzten Augenblicks“?
A Es ist ein Ausweichmanöver des Kurshalters
B Es ist ein Ausweichmanöver des Ausweichpflichtigen
C Es ist ein Ausweichmanöver sowohl des Kurshalters als auch des Ausweichpflichtigen
D Es ist ein Ausweichmanöver entweder des Kurshalters oder des Ausweichpflichtigen
Richtige Antwort
A
Frage: Woran lässt sich feststellen, dass die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht?
A Wenn sich der Abstand zum anderen Fahrzeug verringt und es zu einer Kursänderung kommt
B Wenn sich der Abstand zum anderen Fahrzeug verringt und die Peilung sich nicht ändert
C Wenn sich der Abstand zum anderen Fahrzeug verringt und der Kurs sich nicht ändert
D Wenn sich der Abstand zum anderen Fahrzeug verringt und die Kompassteilung sich ändert
Richtige Antwort
B